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Gesellschaftliche Partizipation und Solidarität



Arbeit und Leben erfüllt den demokratischen Auftrag der Wahrnehmung und Weiterentwicklung politischer Bildung für ArbeitnehmerInnen. Im Interesse benachteiligter Bevölkerungsgruppen bieten wir emanzipatorische Bildung an. Sinn der politischen Bildungsarbeit ist, die gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen und Erwachsenen zu ermöglichen, die biographisch auf Erwerbsarbeit angewiesen sind, die in Arbeit und Ausbildung stehen, die eine Ausbildung und Arbeit anstreben, erwerbslos, am Existenzminimum lebend oder im Ruhestand sind. Sie sollen an politischer Öffentlichkeit und Aufklärung teilhaben, an politischen Entscheidungsprozessen mitwirken und Veränderungen mitgestalten.

Weiterbildung und Praxistransfer



Politische Bildung ist bei uns zugleich Weiterbildung und Handlungsorientierung. Gesellschaftliche Zusammenhänge werden transparent, zum Gegenstand von Wissen, Urteil und Bewertung gemacht. Auf dieser Basis werden praxisnahe Antworten und Strategien entwickelt. Realitätsbezug ist Programm. Es betrifft die Handlungsfelder:
- Arbeitswelt mit ihren betrieblichen und dienstlichen Interessenvertretungserfordernissen
- Politischer Alltag mit seinen Aufklärungserfordernissen im privaten und öffentlichen Bereich

Soziale Gerechtigkeit



Arbeit und Leben versteht sich als öffentlicher Weiterbildungsträger und als Teil der Gewerkschaftsbewegung. Hiermit verbindet sich für uns ein deutliches Engagement zur Beseitigung ökonomischer, bildungsmäßiger und sozialer Ungleichheit. Um unserem Anspruch gerecht zu werden, treten wir in unserer Arbeit aktiv für demokratische Forderungen wie Integration und den Schutz von Minderheiten, die Gleichheit von Frauen und Männern, den Abbau von Privilegien, für soziale Gerechtigkeit, Bildungsgerechtigkeit, für kulturelle Repräsentanz und Teilhabe ein.

Unsere Wurzeln



Die Gründungsphase von Arbeit und Leben begann 1948 in Niedersachsen. DGB und Volkshochschulen schlossen sich zum Zwecke "demokratisierender Breitenbildung" in einer gemeinsamen Bildungsvereinigung zusammen. Es ging darum, sich an die Mehrheit der Bevölkerung, unabhängig von deren beruflichem Status, parteipolitischer Bindung und Konfession zu wenden und insbesondere ArbeitnehmerInnen mit Bildungsangeboten anzusprechen.

1974 wurde Arbeit und Leben Bremen von der Stadtgemeinde Bremen und dem DGB, Kreis Bremen, als eigenständiger Verein gegründet. Seither betreibt die Weiterbildungseinrichtung gestützt auf das Bremische Bildungsurlaubsgesetz von 1974 sowie das Bremische Personal- vertretungsgesetz und das Betriebsverfassungsgesetz politische Bildungsarbeit.

Gewerkschaftliche Verankerung



Ausgangspunkt unserer Arbeit sind die Interessen, Alltags- und Lebenswelten der Menschen, die auf Erwerbsarbeit angewiesen sind. Sie sollen unterstützt und angeregt werden, ihr politisches Verständnis zu erweitern und gesellschaftliche Prozesse mitzugestalten. Durch die Mitgliedschaft der Gewerkschaften ist Arbeit und Leben Teil der Gewerkschaftsbewegung. Ihre gemeinsame Zielsetzung besteht darin, gleiche Zugänge zu den ökonomischen, kulturellen und bildungsmäßigen Ressourcen zu ermöglichen und das Interesse für gesellschaftliche Fragen wach zu halten.

Traditionell stimmt die Bildungsvereinigung mit den Grundauffassungen der Arbeiter(innen)bewegung überein, und das heißt mit dem Kampf um Menschenrechte und Grundrechte, so wie es den Forderungen nach einer sozialen und demokratischen Gesellschaftsordnung entspricht. Demokratisierung voranzutreiben, begreifen wir als eine der wichtigsten Aufgaben politischer Bildungsarbeit.

Orientierung an bildungsbenachteiligten Teilnehmenden



Durch die Nähe zu betrieblichen und gewerkschaftlichen Strukturen werden vor allem diejenigen Jugendlichen und Erwachsenen angesprochen, die aufgrund ihrer besonderen Lebens- und Arbeitsbedingungen als bildungsbenachteiligt gelten.

Die Angebote werden fortlaufend neu ausgerichtet an den subjektiven und artikulierten Bildungsbedürfnissen und an noch nicht zum Ausdruck gebrachten objektiven Bedürfnissen.


Ein Blick auf die Herkunft des Bildungsurlaubs



Der Ursprung des Bildungsurlaubs liegt in der politischen Bildung. Er fällt zusammen mit dem Kampf zur Durchsetzung demokratischer Grundrechte vor mehr als 150 Jahren. Damals im kaiserlichen Ständestaat ging es um das Recht auf Versammlungs, - Rede- und Pressefreiheit, und - das elementare Recht auf Bildung für die Besitzlosen.

Arbeiterbildungsvereine wurden seit 1840 europaweit gegründet, so in London, Paris, Berlin. Ihnen verdanken wir u.a. die Forderungen nach unentgeltlicher Erziehung und kultureller Demokratisierung. Zugang zu Bildung war eine Frage von Macht und Freiheit.

Dass Bildung heute noch "frei macht" und dass der freie Zugang zur Bildung eines der wichtigsten ideellen Güter einer modernen Demokratie ist, auf dieser Einsicht gründet auch das vor über 30 Jahren in Bremen verabschiedete Bildungsurlaubsgesetz.

Der Bildungsurlaub, so heißt es im Gesetz seit 1974, dient der politischen, beruflichen und allgemeinen Weiterbildung von ArbeitnehmerInnen unter Fortzahlung des Arbeitsentgeltes. Diese öffentlich geförderte und von den Arbeitgebern bezahlte Freistellung für politische Bildung soll den Einzelnen dazu befähigen, seine sozialen und kulturellen Erfahrungen gemeinsam mit anderen kritisch zu verarbeiten, um die gesellschaftliche Wirklichkeit und seine Stellung in ihr zu begreifen und verändern zu können. Dies ist auch Ziel des bremischen Weiterbildungsgesetzes, auf dem das Bildungsurlaubs- gesetz basiert. So ist Bildungsurlaub auch ein Beitrag zu jener Mündigkeit, die eine offene und moderne demokratische Gesellschaft zur Voraussetzung hat.





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