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Auf und davon?


Zur Geschichte, Gegenwart und Mythen von Flucht und Migration in Afrika und den Lebensbedingungen von afrikanischen Geflüchteten in Deutschland.
Ein Seminar für afrikanische Geflüchteten und Migrant_innen
vom 03.01.2017 bis 07.01.2017 in Wremen

Seminarnr.: 700.032

Spätestens, seit im Jahr 2015 knapp eine Million Geflüchtete in Deutschland angekommen sind, stehen Fragen rund um Einwanderung, Integration und Teilhabe im Zentrum intensiver und äußerst kontroverser gesellschaftlicher Debatten. Angesichts der konkreten Herausforderung die die derzeitige Zuwanderung stellt, geraten dabei die Ursachen die zur Flucht und Migration weltweit beitragen schnell in den Hintergrund. So werden z.B. die Folgen des Klimawandel, des Ressourcenraubbaus, und unfairer Handelsbeziehungen, einige Beispiele zu nennen, die neben politischer Instabilität und soziale Verwerfungen in verschiedenen Regionen der Welt derzeit ca. 50 Millionen Menschen weltweit zur Flucht, bzw. Migration aus ihren Heimatländern zwingen, nicht selten vergessen.

Auffällig, bzw. besonders kontrovers gestalten sich die Debatten, wenn es um Flucht und Zuwanderung von Menschen aus afrikanischen Ländern geht. Dabei werden im Kontext der Diskurse, nicht selten ablehnende Haltungen mit Bildern und Konzepten begründet, die kolonialen Ursprungs sind, bzw. die auf Klischees und stereotype Zuschreibungen basieren, die selten etwas mit der Realität des Kontinents gemein haben. Denn für viele Deutsche gilt noch immer Afrika als Kontinent der selbst verschuldeten Krisen, Katastrophen und Miseren schlechthin. Darüber hinaus erweist sich die z.T. groteske Dramaturgie der Medien selten als konstruktiv, wenn es darum geht das durch aus vorhandene Dilemma Flucht und Migration in Afrika, bzw. die Gründe, weshalb Menschen z. B. aus Ländern wie Eritrea, Somalia, Nigeria, Kongo oder Mali aufbrechen, welche Wege sie zurückgelegt haben und was sie erleben sobald sie in Europa angekommen sind, sachlich und objektivitätsbezogen zu erörtern. Diese skizzierten Arten der Fremdzuschreibung erschweren dabei nicht nur die vielfältigen Integrationsbemühungen von afrikanischen Geflüchteten und ihr Verständnis für die Aufnahmegesellschaft, die so determinierten Diskurse sorgen auch dafür das die Stimmen und Perspektiven der Betroffenen selbst in den Diskursen nicht wahrgenommen, bzw. überhört werden.

Das Seminar wendet sich deshalb besonders an afrikanische Geflüchtete und Migrant_innen. Über die Reflexion ihrer individuellen Fluchterfahrungen und deren Einordnung in die Konzepte und der speziellen Geschichte der Migration des afrikanischen Kontinents, sowie der kritischen Reflexion deutscher, bzw. europäischer Migrationspolitiken und den daraus resultierenden Aufenthaltsbedingungen sollen, im Sinne des Empowerment- Ansatzes, den Teilnehmenden die Möglichkeit eröffnen ihre Erfahrungen und Interessen in die gegenwärtigen migrationspolitischen Diskurse einzubringen.

Eine Exkursion zum Auswandererhaus in Bremerhaven ist vorgesehen.


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